Gefühle sind der Reichtum unseres Lebens

Anbei biete ich dir eine verkürzte Beschreibung an, um den Zusammenhang zwischen Kindheitserfahrungen, unterdrückten Gefühlen, der Körpersprache und der Bewusstheitsarbeit noch besser zu verstehen.

 

1. Jeder von uns hat in seiner Kindheit bestimmte Regeln und Normen einzuhalten gelernt.
Die Gesamtheit wird als Konditionierung bezeichnet.

 Bei manchen waren die Konditionierungen stärker, bei manchen weniger stark. Dies bewirkt u.a. ein Zurückhalten eigener Impulse und Gefühle, so dass wir an bestimmten Stellen im Erwachsenleben nicht aus unserer natürlichen Lebendigkeit agieren, sondern genau so, wie es als Kind von uns erwartet wurde, wie wir zu sein hatten. Die Gesamtheit aller Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen wird als Muster bezeichnet. Wenn wir aus diesem Muster heraus agiert haben, haben wir uns geliebt gefühlt, wertvoll, dazu gehörig oder auch angenommen. Sich selbst zu regulieren, d.h. das Lernen einer sog. organismischen Selbstregulation war zumeist eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Als Kind hatten wir kaum eine Wahl.

2. Alle Gefühle sind natürlich, willkommen und wollen gefühlt werden.
Sie kommen und gehen wie Wellen im Meer.

Im natürlichen Fluß kommen und gehen unsere Gefühle. Werden sie allerdings nicht erlaubt oder eingeschränkt, dann blockieren sie und werden an bestimmten Körperstellen oder im ganzen Körper festgehalten. Wut wird oft im Bauch festgehalten, so wie das Sprichwort "Wut im Bauch" beschreibt.

 Es fällt uns i.d.R. schwer, besonders heftige Gefühlsregungen, wie Wut, Trauer, Aggression.., willkommen zu heißen, sei es bei uns selbst, sei es bei anderen. Eher neigen wir dazu, sie zu verdrängen, sie hinunterschlucken (Kloß im Hals) oder uns zurückziehen (Rückzug).
Im Extremfall können wir den Kontakt zu unserem eigenen Gefühlsleben verlieren.

 

3. Ungefühlte Emotionen sind bis heute in Form von Empfindungen im Körper gespeichert.

Aufgrund verschiedenster Erfahrungen, Reaktionen unserer Bezugspersonen... in unserer Kindheit: „Reg Dich doch nicht so auf“, „Hat doch gar nicht weh getan“, „Du brauchst keine Angst zu haben“,  „Stell Dich nicht so an“ (Kritik) oder gar  „Wenn Du so ein Theater machst, gibt es heute kein Eis."  (Sanktionen)  konnten wir als Kind eigene Emotionen in dem Moment nicht liebevoll annehmen und fließen lassen. Somit haben sich die ungefühlten Emotionen in Form von Empfindungen in unserem gesamten Körper festgesetzt. (Körpersprache). In Form von Unruhe, Enge, Druck, Leere, Kälte, Übelkeit, Schwindel, Steifheit, SCHMERZ  sind sie bis heute spürbar und möchten gern ins Fließen kommen.

 

4.  Tatsache ist, dass unterdrückte Gefühle Krankheiten hervorrufen können.

Wir Menschen unterdrücken alle das ein oder andere Gefühl. Das ist abhängig von unserem familiären Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind.

Im gestörten Kontakt zu unseren Gefühlen und der mangelnden Kompetenz, diese auszudrücken und für unser Leben zu nutzen, sehen Psychosomatiker heute eine wichtige Krankheitsursache für bspw. Depressionen.
Körperschmerz und Seelenschmerz sind untrennbar verbunden.

 

Im Fluß aller Gefühle fühlen wir unsere eigene Kraft und Lebendigkeit. Dann werden wir doppelt beschenkt, zum einen durch die Lebenskraft, die in den gebundenen Gefühlen festgesteckt hat und die Kraft, die wir vorher zum Festhalten der Gefühle brauchten.